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Daniele Ormond
Mit 21 Jahren bin ich von meinem Heimatland Brasilien nach Liechtenstein gekommen und habe einen Italiener geheiratet und hatte nur Kontakt mit Menschen aus Italien. Ich konnte noch kein Deutsch sprechen, und traute mich nicht, mit den Liechtensteinern in Kontakt zu treten. Ich dachte mir immer, dass diese Leute reserviert sind und ich wollte nichts mit ihnen zu tun haben. Nach einiger Zeit trennte ich mich von meinem damaligen Mann. Dies verursachte viele Probleme, die ich alleine nicht bewältigen konnte. Ich benötigte Hilfe und mir blieb nichts anderes übrig, als mit den Leuten vom Land Kontakt aufzunehmen. Ich musste über meinen Schatten springen, hatte grosse Angst. Doch ich war sehr erstaunt, als ich erfahren durfte, dass die Liechtensteiner mir zuhören, mich versehen und mir helfen wollen. Da musste ich mir eingestehen, dass ich ein ganz falsches Bild von den Menschen hier hatte. Ich dachte mir immer, dass mein vorheriges Leben das „richtige“ Leben wäre. Rückblickend schäme ich mich auch, dass ich den Menschen und ihrer Mentalität keine Chance gegeben habe, einander kennen zu lernen. Erst jetzt wollte ich mich in diesem Land integrieren. Ich lernte inzwischen seit längerem Deutsch, arbeite teilweise für die infra. Ich kann das Land und die Menschen immer besser verstehen und selber etwas beitragen zum Miteinander. Ich weiss jetzt, dass es in jedem Land Positives und Negatives gibt. Das gibt mir und anderen nicht das Recht, ein Land vorab zu verurteilen. 
 
Daniele Ormond Settembrini
 
Ausländer- und Passamt, 9490 Vaduz, Tel. + 423 236 61 41 - info@integration.li